Informationen zur Erprobungsstufe

Der Übergang Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes von der Grundschule auf eine weiterführende Schule ist für Sie mit vielen Fragen verbunden. Wird sich mein Kind an der neuen Schule wohl fühlen? Wird es Freundinnen und Freunde dort haben oder finden, die ihm den Übergang erleichtern? Wird es das Maß an Zuwendung finden, das es ihm möglich macht, zu seinen Lehrern und Mitschülern Vertrauen zu fassen? Werden ihm Halt und Orientierung geboten, die es benötigt, um sich in seiner neuen Umgebung wohl zu fühlen? Wird es Freude am Lernen haben und den Anforderungen der neuen Schule gewachsen sein?

 

Wir sehen diese Situation als echte Herausforderung, der wir durch ein Konzept mit folgenden Schwerpunkten begegnen:

  • Schnelle und möglichst angstfreie Integration
  • Individuelle Förderung bei Leistungsschwächen
  • Offene Ganztagsbetreuung
  • Angleichung der Arbeitstechniken und Hinführung zu selbstständigem Lernen
  • Soziales Lernen
  • Beteiligung der Eltern am Erziehungsprozess in der Schule
  • Zusammenarbeit mit den Grundschulen

 

Integration

Klassenbildung: Berücksichtigung der Schülerwünsche bei der Klassenbildung. In den letzten Jahren konnten jedes Mal für jedes Kind mindestens einer der bei der Anmeldung geäußerten Wünsche erfüllt werden.

  • Zweitägige Fahrt innerhalb der ersten 4 Schulwochen: Dieser frühe Termin einer ersten gemeinsamen Fahrt hat sich in den letzten Jahren bewährt, bietet er doch die Gelegenheit zu einem frühen intensiven Kennenlernen (Fahrtziel zurzeit: Jugendwaldheim Obereimer).
  •  Klassenlehrersprechtag: Nach ca. 4 – 8 Schulwochen haben die Eltern Gelegenheit, ausführlich mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer zu sprechen; dabei steht der erfolgte Schulwechsel im Mittelpunkt.
  •  „Patensystem": Ältere Schülerinnen und Schüler helfen – in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer – den neuen Schülerinnen und Schülern, sich in die Klassen- und Schulgemeinschaft einzuleben und nehmen auch an besonderen Veranstaltungen der Klasse teil.
  •  Gemeinschaftsfördernde Aktivitäten: Spielnachmittage, Wandertage, Sportwettkämpfe, gemeinsames Ausgestalten des Klassenraumes.
  •  Mehrtägige Fahrt in Stufe 6: Zurzeit fahren alle Klassen in der Jahrgangsstufe 6 gemeinsam für fünf Tage nach Borkum, haben dort jedoch eine nach Klassen getrennte Unterkunft und ein eigenes Tagesprogramm.
  • Inklusion: Wir bilden ein oder zwei Klassen, die die Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen aufnehmen. Der Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch wird in diesen Klassen möglichst mit zwei Lehrern doppelt besetzt.

Nach gut einem halben Jahr werden die Eltern und Schüler der Stufe 5 mit Hilfe eines anonymen Fragebogens befragt, wie sie die Integration beurteilen. Wir sind schon etwas stolz darauf, dass in den letzten Jahren weit über 80% der befragten Kinder und Eltern fanden, dass diese Integration sehr gut oder gut gelungen ist.

 

Individuelle Förderung bei Leistungsschwächen

Mit der Jahrgangsstufe 5 beginnend bieten wir wöchentlich stattfindende Ergänzungskurse in Mathematik, Englisch, Lateinisch/Französisch und Deutsch an. Daneben lassen wir Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6, die auffallende Schwächen in einer Klassenarbeit in Mathematik und/oder Englisch, ab Jahrgangsstufe 6 auch in Latein und Französisch, gezeigt haben, die betreffenden Inhalte durch eine sog. Sofortförderung gezielt und kontrolliert nacharbeiten. Dies kann in Eigenarbeit mit Hilfe der Materialien des Selbstlernzentrums oder mit Unterstützung von kompetenten Oberstufenschülern geschehen.

 

Offene Ganztagsbetreuung

Seit dem Schuljahr 2006/07 bietet das Laurentianum eine verlässliche Ganztagsbetreuung an. Dies schließt die Ausgabe einer Mahlzeit, Hausaufgabenbetreuung und die Teilnahmemöglichkeit an speziellen Arbeitsgemeinschaften (Sport, Naturwissenschaften, Spiel, Tanzen, Roboter, Chinesisch, Rechtskunde, Kino, Geschichte, Chor, Schülerzeitung usw.) ein.

 

Arbeitstechniken und selbstständiges Lernen

  • Eigenverantwortliches Arbeiten: In einem Prozess von Klasse 5 bis Q2 leiten wir die Schüler zum selbstständigen Lernen an. Dazu werden in den Stufen 5, 6 und 7 an mehreren Blocktagen und im Unterricht Lernspiralen zum Methodentraining, zur Kommunikationsfähigkeit und zur Teamarbeit durchgeführt. Diese werden von Lehrerteams in jeder Klasse erstellt, die hierbei gemeinsame entsprechende Fortbildungen unmittelbar umsetzen.
  • Projektarbeit: In den Stufen 5 und 6 stehen wöchentlich 2 Stunden Projektarbeit auf dem Stundenplan. Hier werden von den Schülern ähnlich wie in der Freiarbeit möglichst selbstständig zunächst kleinere, später auch umfangreichere Projektaufgaben angegangen. Hierzu erhalten die Schüler immer wieder Anleitungen zum disziplinierten selbstständigen Arbeiten, Übungen zur Partner- und Gruppenarbeit etc.
  • Medientechnische Grundbildung (MTG): Schülerinnen und Schüler der Stufen 5-7 werden systematisch in die Benutzung von Standardsoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, ...) eingeführt.
  • Selbstlernstunden im Selbstlernzentrum (SLZ): Schülerinnen und Schüler lernen im Selbststudium Methoden des Recherchierens, sie werden in die Benutzung der Bibliothek eingeführt und erfahren eine Leseförderung anhand deutscher und englischer Lektüren.

 

Soziales Lernen

Als Grundlage für effektiven Unterricht wird eine ruhige, spannungsfreie Lernatmosphäre angestrebt. Die zentralen Ziele sind: Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit.
Um die genannten Ziele umzusetzen, erfahren die Schülerinnen und Schüler der Stufen 5 und 6 ein kontinuierliches und aufeinander aufbauendes Sozialkompetenztraining in einzelnen Blöcken durch unsere Sozialpädagogin.
Außerdem wird zur Einhaltung der beschlossenen Erziehungsmaßnahmen das „Bielefelder Modell zur Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Schülerinnen und Schülern" angewendet. Bei Unterrichtsstörungen muss der betreffende Schüler sich entscheiden: Er kann sein Verhalten ändern, dann ist es in Ordnung, ansonsten muss er den Klassenraum verlassen, um im „Trainingsraum" über sein Verhalten nachzudenken und einen Plan zu erstellen, wie er es schaffen kann, nicht mehr zu stören. Der Plan wird vom Schüler allein erarbeitet, und der Lehrer, in dessen Unterricht die Störung vorgefallen ist, entscheidet, ob die Überlegungen des Schülers ausreichen und er zurück in den Unterricht geht.

 

Beteiligung der Eltern

Neben der Teilnahme an den Gremien, die das Schulmitwirkungsgesetz vorsieht (Pflegschaften, Schulkonferenz, Fachkonferenzen etc) sind die Eltern häufig zu gemeinsamen Unternehmungen (z. B. Mithilfe bei Projekten, Feiern, gemeinsames Grillen z. B. am Ende eines Wandertages, Mithilfe bei Gestaltung des Klassenraums etc.) eingeladen. Auf Elternabenden werden u. a. mit externen Experten Fragen der Erziehung besprochen (z. B. das Thema „Grenzen setzen"); im Besonderen findet ein Methoden-Elternabend statt, an dem die Eltern unter Anleitung der Klassenteams die besondere Arbeit im Bereich des Methodentrainings kennen lernen.

 

Zusammenarbeit mit den Grundschulen

  • Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen der Grundschule an Erprobungsstufenkonferenzen am Laurentianum.
  • Besuch von Schülerinnen und Schülern unserer Stufe 5 an den Grundschulen, um dort über ihre Erfahrungen zu berichten.
  • Mögliche Teilnahme von Kindern des 4. Schuljahres in Kleingruppen mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern am Unterricht der Stufe 5.
  • Teilnahme des Erprobungsstufenkoordinators am jährlichen Erfahrungsaustausch mit den Schulleitern der Sekundarschule/Realschule sowie der Grund- und Hauptschulen des Arnsberger Schulbezirks.
  • Erfahrungsaustausch mit den Grundschulen des Arnsberger Schulbezirks im Rahmen der Teilnahme an den Fachkonferenzen Deutsch und Mathematik am Laurentianum.
  • Regelmäßige Zusammenkünfte der Schulleiter von Grund- und weiterführenden Schulen, um Absprachen über Arbeitsweisen und andere wichtige Themen zu treffen.
  • Austausch und Abgleich der Methoden des selbstständigen Lernens und Arbeitens mit allen Grundschulen.

 

Erprobungsstufenkoordinator: Dr. Klaus Wolf

Aktuelle Förderangebote

Freitags, 7. Stunde: Latein-Förder
Freiwilliges Angebot für die Stufen 6 und 7
Anmeldungen in den Pausen bei Frau Bohn
 
Dienstags, 7.Stunde: Latein-Vokabelstation
Ebenfalls als freiwilliges Angebot für die Stufen 6 und 7
Anmeldung in den Pausen bei Herrn Koch