Inklusion am Laurentianum

Inklusion (Auszug aus den Ergebnissen des Panels „Be-Hinderung" im Rahmen der Tagung „Inklusion & Diversität als Herausforderung an Erziehung, Schule und LehrerInnenbildung")

Der Begriff Inklusion (lat. includere = einbeziehen) wird in Abgrenzung zum Begriff Integration benutzt. Während Integration bedeutet, Menschen nachträglich einzugliedern, geht es bei Inklusion darum, die Gesellschaft von Anfang an so zu gestalten, dass jeder Mensch gleichberechtigt an allen Prozessen teilhaben und sie mitgestalten kann – unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter. Inklusive pädagogische Ansätze betonen Vielfalt in Bildung und Erziehung als Bereicherung für alle, da soziale Kompetenzen und gegenseitiger Respekt gefördert werden und niemand mehr vom gemeinsamen Lernen und Leben ausgeschlossen wird.

In Artikel 24 I der Konvention heißt es zum Bereich Bildung: „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen (...)".
Für Schulen und Pädagogen ist die UN-Konvention eine Herausforderung, aber auch die Chance, gemeinsam mit allen Beteiligten ein Schulsystem zu etablieren, das den Anforderungen an eine „Schule für alle" gerecht wird. Der Inklusionsprozess setzt die Bereitschaft zur Veränderung voraus.

Gemeinsames Lernen
Seit dem Schuljahr 2014/2015 ist das Laurentianum eine Schule des gemeinsamen Lernens.
In mittlerweile drei Klassen in zwei Jahrgängen lernen Schülerinnen und Schüler ohne und mit unterschiedlichem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf gemeinsam. Dabei werden die Schüler gemeinsam von einem Team aus Sonderpädagoginnen und Gymnasiallehrern sowohl zielgleich als auch zieldifferent unterrichtet. Das bedeutet, für die jeweilige Schülergruppe ist ein eigener Lehrplan zutreffend.
Zielgleich bedeutet für uns, die Kinder auf das Abitur vorzubereiten, zieldifferent bedeutet, im besten Fall den Hauptschulabschluss anzustreben.
In unserem Gemeinsamen Lernen sind zurzeit 12 Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf in den Klassen 5 und 6, die zieldifferent unterrichtet werden, verteilt auf die Förderschwerpunkte Lernen und Geistige Entwicklung.
Darüber hinaus sind auch einige Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sozial-Emotionale Entwicklung und dem Förderschwerpunkt Sehen an unserer Schule, die zielgleich unterrichtet werden.
Unser Team setzt sich aus Gymnasiallehrern, die die fachlichen Schwerpunkte setzen und unseren zwei Sonderpädagoginnen, die neben den zieldifferenten Inhalten auch für die individuelle Unterstützung und Förderung der Kinder zuständig sind, zusammen. Tatkräftig unterstützt wird das Team durch unsere Schulsozialarbeiterin mit ihrem kompetenten Team sowie durch mehrere Schulbegleiterinnen.

Gemeinsames Lernen konkret
Der Unterricht der gesamten Klasse orientiert sich inhaltlich an den Lehrplänen des Gymnasiums und wird idealerweise durch den/die Gymnasialkollegen/-kollegin und der Sonderpädagogin gemeinsam geplant und durchgeführt. Hierbei versuchen die Sonderpädagoginnen die zieldifferenten Lehrpläne unter Berücksichtigung der individuellen Förderpläne dem Unterrichtsverlauf anzupassen, so dass viele Möglichkeiten für ein gemeinsames Lernen entstehen. Schwerpunkte der gemeinsamen Teamarbeit bilden hierbei die Hauptfächer Mathematik und Deutsch, die Fachlehrer der weiteren Fächer werden beratend unterstützt.
Der Unterricht im Fach Arbeitslehre wird eigenverantwortlich von der Sonderpädagogin durchgeführt, da dieser Bestandteil des Lehrplans für die Sonderpädagogische Förderung ist und nicht Bestandteils des gymnasialen Lehrplans.

Unsere Sonderpädagoginnen
Frau Brand
Frau Brand unterstützt unser Team seit diesem Schuljahr mit 13 Schulwochenstunden. Sie begleitet die Klasse 5a, in der aktuell 23 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, fünf davon zieldifferent (3 Schülerinnen/Schüler mit dem Sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen, zwei Schülerinnen/Schüler mit dem Sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Geistige Entwicklung).

Frau Meinschäfer
Seit dem Schuljahr 2014/2015 ist Frau Meinschäfer mit voller Stundenzahl am Laurentianum tätig. Sie begleitet die Klassen 6b und 6d, in denen zusammen 7 Schülerinnen und Schüler mit dem Sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen gemeinsam mit den anderen Schülerinnen und Schülern lernen.

Die Aufgaben unserer Sonderpädagoginnen
Dazu können u.a. folgende genannt werden:

  • Strukturierung und Reduzierung des Materials
  • Zusätzliche vertiefende Übungen in Kleingruppen bei Bedarf
  • Bereitstellung von Lernmaterial
  • Beraten (Eltern, Lehrer, Schüler, ...)
  • Unterrichten (im Team, eigenverantwortlich z.B. im Bereich der Arbeitslehre, bringen sonderpädagogische Fachinhalte ins Kollegium mit ein)
  • Vernetzen (nutzen innerschulische und außerschulische Netzwerke)
  • Dokumentieren (Berichte, Zeugnisse, Förderpläne, Lerndokumentationen, ..)
  • Unterstützung in der Zusammenarbeit mit Eltern
  • Kontaktaufnahme mit außerschulischen Einrichtungen
  • Beratung von Kollegen
  • Kooperation bzw. Zusammenarbeit mit anderen Sonderpädagogen anderer Schulen
  • AO-SF Anträge schreiben und durchführen
  • Diagnose von Förderschwerpunkten
  • Förderpläne für die Kinder mit Sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf verfassen

Aktuelle Förderangebote

Freitags, 7. Stunde: Latein-Förder
Freiwilliges Angebot für die Stufen 6 und 7
Anmeldungen in den Pausen bei Frau Bohn
 
Dienstags, 7.Stunde: Latein-Vokabelstation
Ebenfalls als freiwilliges Angebot für die Stufen 6 und 7
Anmeldung in den Pausen bei Herrn Koch