Sozial- und Medienkompetenztraining

Einleitung

Vornehmliches Ziel der Schule ist die Arbeit zum Wohl des Kindes entsprechend seines gesetzlichen Anspruchs auf Bildung, Erziehung und individuelle Förderung. Neben dem klassischen Bildungsauftrag hat die Schule somit einen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Während dies in der Vergangenheit als ergänzender Erziehungsauftrag im Sinne der Komplettierung und Unterstützung der Erziehung im Elternhaus definiert wurde, sind Schulen heute deutlich mehr als erziehende Instanz gefordert: Veränderungen der Familienstrukturen und der Lebensgewohnheiten und -entwürfe der Eltern, ein massiver Einfluss der virtuellen Medienwelt im Gegensatz zu realen Möglichkeiten für Lebens- und Grenzerfahrungen und rasante technische Innovationszyklen seien an dieser Stelle als wesentliche Faktoren dieser Schulentwicklung genannt.

Erziehung in der Schule erfordert schwerpunktmäßig die Ausbildung und Förderung der Sozialkompetenz („Sozialkompetenztraining")als Vermittlung und Übung der individuellen Fähigkeiten und Einstellungen, die ein empathisches und sinnvolles Miteinander in der Gruppe ermöglichen, da z.T. selbstverständliche Regeln des harmonischen Miteinanders nicht mehr als solche vorausgesetzt werden können. Diese Zielsetzung ist im Kontext des Lernens und Lehrens von besonderer Bedeutung, da das individuelle psychische Wohlbefinden in der Gruppe eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist. Während des Sozialkompetenztrainings hat man die Möglichkeit, Kinder, die in diesem Bereich besondere Unterstützung benötigen, früh zu erkennen und zu fördern. In gleicher Weise wird auf kritische Konstellationen oder Stimmungen in der Klasse, die sich bereits jetzt andeuten, präventiv reagiert.
Ein einheitliches Sozialkompetenztraining (im Folgenden: SKT) hat weiterhin den Vorteil, dass alle beteiligten Lehrer/Innen wissen, was sie bzgl. der Sozialkompetenz der Kinder erwarten und intensivierend einfordern können. Den Kindern wiederum wird klassenübergreifend eine gemeinsame Basis gegeben, die durch geübte und somit vertraute Verhaltensstrukturen Sicherheit im Umgang miteinander vermittelt. In Anerkennung des gravierenden Einflusses der Medien (s.o.) - insbesondere der Aktivitäten in virtuellen Communities – ist die Ausbildung der Medienkompetenz ein wesentlicher Bestandteil des SKT. Aufgrund dieses Zusammenhangs wird im Folgenden für den Begriff Sozial- und Medienkompetenz Training das Kürzel SMKT verwendet, wenn beide Trainingsbereiche relevant sind.

 

1. Rahmenbedingungen
Das SMKT nutzt die personellen Ressourcen der Schule, indem das Training von den Klassenlehrerinnen und -lehrern als primären Vertrauenspersonen, sowie der Schulsozialarbeiterin, Frau S. Stracke und Frau M. Reichelt durchgeführt wird. Das Training erfahren die Stufen fünf bis sieben entsprechend der altersgemäßen Bedürfnisse der Schüler/Innen, der Gruppenentwicklung in den Klassen und aktueller Problemsituationen. Neben den im Folgenden aufgeführten Trainingseinheiten finden die Wandertage der Jahrgangsstufen in üblicher Art und Weise statt. Die Elterninformation zu den aktuellen Trainingseinheiten erfolgt durch den/die Klassenlehrer/In an den turnusmäßigen Elternabenden.

 

2. Das SMKT der Stufe 5
Die Klassenlehrer/Innen als erste Ansprech- und Vertrauenspersonen der Schulanfänger/Innen gestalten das Kennenlernen im Rahmen eines zweitägigen Aufenthaltes im Jugendwaldheim. Die Auswahl der Aktivitäten werden dem/der Klassenleiter/In überlassen.
Das SKT unter der Leitung der Schulsozialarbeiterin vertieft mit der Einheit „Willkommen" das Kennenlernen. Die weiteren Themen im Sinne der Gruppenbildung sind:

  • Vereinbarungen treffen
  • Auf der Suche nach Herausforderungen
  • Gefühle
  • Konfliktbewältigung

Im Rahmen des Projektunterrichts im Selbstlernzentrum stehen dafür fünf bis sechs Doppelstunden zur Verfügung. Die Schwerpunkte der SKT-Einheit werden den Klassenlehrern/Innen abschließend mit der Klasse in der Klassenleiter/Innen-Stunde präsentiert.

Während die Trainingseinheit mit der Klasse als Gruppe durchgeführt wird, ist es wichtig, möglichst früh klassenübergreifend Sozialkompetenz zu üben und Gelegenheiten für ein Miteinander zu schaffen. Dies geschieht i.d.R. mit einem gemeinsamen Nachmittag oder Vormittag, an dem die Aktivitäten der Einheit „Willkommen" in der Großgruppe wiederholt werden und weitere Gruppenaktivitäten, die das Wir-Gefühl des Jahrgangs fördern, angeboten werden.

Als erste Einheit der Ausbildung in der Medienkompetenz folgt die Basisschulung „Textbearbeitung". Der Schulverwaltungsassistent vermittelt diese Schulung in sieben Doppelstunden. Im Sinne einer intensiven Anleitung nimmt jeweils die Hälfte der Klasse im Wechsel an einer der Doppelstunden teil. Parallel dazu bearbeitet die andere Hälfte ein Literaturprojekt, in dem die Thematik Konflikte in der Klassengemeinschaft wiederholt und vertieft wird. Ein weiterer MTG-Baustein für die Stufe 5 ist das Erlernen des Umgangs mit dem Bildbearbeitungsprogramm GIMP (General Image Manipulation Program). Eine vertiefende Anwendung erfolgt im Kunstunterricht der Klasse 5 (6 und 8).

Zum Schuljahresabschluss der Stufe 5 erfolgt das SKT-Projekt „Mittagsfreizeit", das i.d.R. von der Schulsozialarbeiterin durchgeführt wird. Dies bezieht sich auf die lange Mittagspause, die die Schüler/innen in der Jahrgangsstufe 6 während des langen Schultages erleben. Neben der Erklärung der zeitlichen Abläufe und der Verhaltensregeln in der Schulmensa, lernen die Schüler/Innen die Pausenräume kennen und entwickeln Möglichkeiten für ein regenerierendes Freizeitverhalten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorstellung des Projekts „Pausenhelfer", in dem die Schüler/innen im Sinne der Partizipation, Kreativität und Eigenverantwortlichkeit selbst Kurzprojekte während der langen Mittagsfreizeit initiieren und leiten können.
Für diese SKT-Einheit stehen im Rahmen des SLZ-Unterrichts ca. zwei Doppelstunden zur Verfügung.

 

3. Das SMKT der Stufe 6
Im Gruppenprozess der Klassengemeinschaft, werden in diesem Stadium Tendenzen zur Cliquenbildung sichtbar. Das Ausleben deutlicher Sympathie und Antipathie unter den Schüler/Innen - was schlimmstenfalls in Mobbing endet - und der Eintritt in die Phase der Pubertät sind Kennzeichen dieser Jahrgangsstufe. Weiterhin bestimmen spätestens in diesem Alter das Internet und insbesondere die virtuellen Chatrooms das Miteinander der Heranwachsenden in hohem Maße. Das SMKT ist in Anerkennung dieser Situation wie folgt aufgebaut:
Die Schüler/Innen der Jahrgangsstufe 6 beginnen das Schuljahr im Rahmen der medientechnischen Ausbildung mit einer Internetschulung, in der sie einen Internetführerschein erwerben. Die Ausbildung erfolgt durch den Schulverwaltungsassistenten und umfasst sechs Unterrichtsstunden. Schwerpunkt ist der richtige Umgang mit und ein kompetentes Verhalten in sog. Communities.
Die Computernutzung geschieht überwiegend im Elternhaus. Die Anleitung zu einem sinnvollen Umgang mit diesem Medium und die Kontrolle der Nutzung gehören zur Erziehungs- und Aufsichtspflicht der Eltern. Im Rahmen der Einheit Internetführerschein wird ein entsprechender Elternabend angeboten.
Die Thematik wird im SLZ-Unterricht in einem Literaturprojekt zum Thema Cybermobbing fortgeführt. Jede Projektstunde ist in eine individuelle und eine Gruppenphase aufgeteilt. Anhand akzentuierender Textauszüge werden, aufbauend auf die SKT- Einheiten des Jahrgangs 5, folgende Themen behandelt:

  • Umgang mit Gefühlen und Konflikten Klassengemeinschaft
  • Mobbing
  • Cybermobbing

Das Projekt endet i.d.R.mit einem Vortrag des Sicherheitsbeauftragten der Polizei oder einer ähnlich qualifizierten Person, um auch den Aspekt Recht und Gesetz bzgl. Cybermobbing zu erläutern. Das Projekt erstreckt sich über ca. sieben Unterrichtstunden.

 

4. Das SKT der Stufe 7
Die Schülerinnen und Schüler befinden sich in der Phase der Pubertät. Geschlechterkonflikte, Beziehungsprobleme und Grenzerprobung bestimmen schwerpunktmäßig den Gruppenprozess. Das SKT setzt in dieser Phase einen bewussten Kontrapunkt: Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinander, indem sie das Buch "Amira, du gehörst zu uns" von Regina Rusch lesen und anhand eines Lektürereaders bearbeiten. Ein wechselnder Pressesprecher/In berichtet zu Beginn jeder Projektstunde über die aktuelle Situation entsprechend der Presseinformationen der vergangenen Woche. Entgegen der oftmals bestehenden Ich-Zentrierung – die heute durch die sozialen Medien neue Dimensionen erreicht – werden den Schülerinnen und Schülern welt- und gesellschaftspolitische Themen vermittelt, die zur angemessenen Einordnung, bzw. Relativierung der persönlichen Situation anregen sollen.

 

5. Das SKT der Stufe 8
Viele Schülerinnen und Schüler dieser Altersstufe erleben ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Im Fachunterricht Biologie (soweit er erteilt werden kann) ist Sexualität ein wichtiges Thema in dem eine entsprechende Bildung und Aufklärung vermittelt wird. Ergänzend wird den Schülerinnen und Schülern außerhalb der Schule - im Schutz einer gewissen Anonymität - die Gelegenheit gegeben, Fragen zu dem Thema zu stellen und Beratungsmöglichkeiten für die Zukunft kennen zu lernen. Aktuell arbeitet das Laurentianum in diesem Sinne mit dem Verein „Donum Vitae" zusammen, der den Schülerinnen und Schülern einen Vormittag incl. Vor- und Nachbereitung zu dem Thema anbietet. Außerdem besteht ein direkter Kontakt zur örtlichen Frauenberatungsstelle, die ein entsprechendes Beratungsangebot, sowie Hilfe in akuten Problemfällen leistet.

 

6. Sozialkompetenztraining in akuten Fällen
Parallel und ergänzend zu den im Schuljahresverlauf geplanten SMKT-Einheiten, haben Schüler/Innnen und Lehrer/Innen jederzeit die Möglichkeit, sich bei Problemen an die Schulsozialarbeiterin zu wenden, was per Email auch in einem geschützten Rahmen möglich ist. Situationsabhängig wird – in Absprache mit dem Klassenleiterteam - mit den beteiligten Schülern/Innen oder der ganzen Klasse problembezogen gearbeitet.

Aktuelle Förderangebote

Freitags, 7. Stunde: Latein-Förder
Freiwilliges Angebot für die Stufen 6 und 7
Anmeldungen in den Pausen bei Frau Bohn
 
Dienstags, 7.Stunde: Latein-Vokabelstation
Ebenfalls als freiwilliges Angebot für die Stufen 6 und 7
Anmeldung in den Pausen bei Herrn Koch